Über die Lieder

Als Martin «Ain» Stricker 2017 aus dem Leben gerissen wurde, war auch für die «Lieder zum Schluss» Schluss. Martin war die Stimme der Lieder, er hatte ihre Interpretation mitgeprägt. Doch es ist der Lauf des Lebens: Wir alle fallen ihm vom Karren – manche spät, andere zu früh.

Doppel-CD «GRABER – Tod gesagt», 2008.
Doppel-CD «GRABER – Tod gesagt», 2008.

Davon handeln die «Lieder zum Schluss» – vom Tod mitten unter uns. Ihren Ursprung hatten die Lieder in der Doppel-CD «Tod gesagt», die 2008 von Jan Graber als Autor und Komponist herausgebracht wurde: 16 hochdeutsch gesprochene, mit Musik vertonte Gedichte über den Tod. Mehrere Sprecher liehen den Texten ihre Stimme, sphärische Flächen, harter Rock, industrielle Beats und jazzige Tunes lieferten den Boden, auf dem ebenso humorvoll wie dunkel übers Ende sinniert wurde.

GRABER - Lieder zum Schluss, Vinyl-LP, 2011. Vinylplatte mit Label.
GRABER – Lieder zum Schluss, Vinyl-LP, 2011. Vinylplatte mit Label.

Doch es ging eindringlicher. Graber überarbeitete die Arrangements und gab 2011 zwölf Stücke als «Lieder zum Schluss» auf Vinyl, als Downloads sowie als limitierte Vinyl-Edition mit Originalzeichnungen von Peter Radelfinger heraus. Die Texte waren dieselben, gesprochen wurden sie nun ausschliesslich von Martin Stricker. Am Bass sass Monic Mathys, am Schlagzeug Siro Müller, die Gitarre spielte Graber. Aufgeführt wurden die Lieder unter anderem im El Lokal, Zürich oder im Café Mokka in Thun. Später traten Stricker und Graber als Duo auf und spielten als Höhepunkt in der ausverkauften Abdankungshalle des Krematoriums Sihlfeld in Zürich. Danach wollten sie neue Formen für die Umsetzung finden.

Doch 2018 stellte sich derjenige in den Weg, über den sie sangen: Der Tod nahm Martin Stricker zu sich. Eigentlich hätte danach Stille sein müssen. Das Leben aber hatte andere Pläne: Auf Anfrage für ein Gedenkkonzert für Martin wurden die «Lieder zum Schluss» im September 2018 im Stüssihof Zürich erstmals wieder aufgeführt. So erfuhren die Stücke eine Wiederauferstehung. Jan Graber spricht die Texte nun selbst, am Bass sitzt Sara Schär (Ex-TNT, Ex-Kick), die Gitarre spielt Stefano Mauriello (Orphan Drug).

GRABER mit Stefano Mauriello, Jan Graber, Sara Schär (v.l.). © Foto: Jozo Palkovits, 2019
GRABER mit Stefano Mauriello, Jan Graber, Sara Schär (v.l.). © Foto: Jozo Palkovits, 2019